Studierendenparlament fordert Divestment von Universität und Studierendenwerk Münster

 

Divestment ist nicht nur im Rat der Stadt Münster ein Thema, sondern auch im Studierendenparlament (Stupa) der Universität.  In seiner Sitzun10704281_409876845836773_8939171897777024263_og am 21.09.2015 hat das Studierendenparlament der Uni Münster mit 20 Ja-Stimmen, bei einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen folgenden Beschluss gefasst:

„Die Studierendenschaft der Universität Münster fordert das Rektorat sowie die Leitung des Studierendenwerkes dazu auf, sämtliche neue Investitionen in fossiler Energieträger zu stoppen und sich darüber hinaus von bereits bestehenden Kapitalanlagen im Sektor fossiler Brennstoffe zu trennen.“

Ähnlich wie in der Diskussion der Stadt Münster wurde im Stupa hervorgehoben, dass das globale Thema der Erderwärmung lokal angegangen werden muss. Aktiver Klimaschutz kann und sollte auf kommunaler Ebene passieren! Die Uni Münster verfügt über Finanzanlagen von etwa 20 Millionen Euro und sollte als institutionelle Investorin auf Anlagen in fossilen Energieträgern und Atomkraft verzichten.

In der Stupa-Diskussion wurde immer wieder deutlich, dass dabei der Klimaschutzgedanke einher geht mit wirtschaftlicher Vernunft. Energiekonzerne, die jahrelang auf Kohle, Öl, Gas und AKWs gesetzt haben, stecken in finanziellen Schwierigkeiten. Erst kürzlich zeigte eine Allensbach-Umfrage, dass Kohleenergie bei der deutschen Bevölkerung noch unbeliebter ist als Atomkraft. Aus Sicht der Hochschule und des Studierendenwerkes sollte diese gesellschaftliche Tendenz ein Alarmsignal dafür sein, dass es Zeit wird, sich endlich von klimaschädlichen Investments zu verabschieden.

Der Beschluss des Studierendenparlaments ist ein erster Schritt, um den Verantwortlichen zu zeigen, dass ihren Studierenden das Thema wichtig ist. Wie bei anderen Projekten wird es sicherlich einige Zeit dauern, bis die Universität hier den Forderungen der Studierenden nachkommt. Aber auch bei anderen Themen wie der Zivilklausel, dem neu eröffneten Tierschutzbüro oder der Einrichtung einer Stelle für Vorlesungsaufzeichnungen (e-lectures) hat sich das Rektorat auf lange Sicht den Forderungen der Studierendenschaft nicht verweigern können. Nun sollten wir das auch beim Klimaschutz einfordern!

Ein Vorbild dafür gibt es bereits. Die Universität Glasgow hat als erste europäische Hochschule entschieden, ihre Geldanlagen aus fossilen Energieträgern abzuziehen. Münster hat die Chance, bei dem Thema in Deutschland eine Vorreiterrolle einzunehmen. Nutzen wir sie!

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