LWL entscheidet sich gegen Klimaschutz

Münster, den 20.01.2017. Die klimaschädliche Investitionspolitik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) kritisierten am Freitagabend Aktivist*innen der Gruppe Fossil Free Münster mit einer Projektion an der Außenwand des LWL-Museums für Kunst und Kultur. „Für die Menschen. Für Westfalen-Lippe. Aber nicht für’s Klima“, so brachten die Klimaschützer*innen die jüngste Entscheidung des Landschaftsausschusses des LWL auf den Punkt. Gleichzeitig mit der Projektion entrollten weitere Mitglieder der Gruppe im Museumsgebäude ein Banner und verkündeten ihre Forderungen den Anwesenden durch ein Megafon.

 
„Als öffentliche Einrichtung mit einem gesellschaftlichen Auftrag und finanziert durch öffentliche Gelder darf der LWL sich nicht an der Klimaerwärmung mitschuldig machen indem er Unternehmen, die mit der Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas Profit machen, finanziell unterstützt.“, so Leandra Praetzel von Fossil Free. „Um die Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen, müssen 80% der bekannten fossilen Brennstoffreserven unter der Erde bleiben. Wir fordern deshalb vom LWL, dass er Investitionen in fossile Brennstoffunternehmen grundsätzlich ausschließt und sich endlich von seinen 6,6 Mio. RWE-Aktien trennt.“

Am 20. Dezember 2016 brachte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag in den Landschaftsausschuss ein, mit dem sich der LWL zu ethischen und ökologischen Anlagerichtlinien verpflichten sollte – ähnlich wie es auch schon im November 2015 bei der Stadt Münster geschehen ist. Dieser Antrag wurde jedoch, außer von Grünen und Linken, mehrheitlich abgelehnt. Als fragwürdige Begründung gab der LWL-Direktor Matthias Löb an, solche Anlagerichtlinien wären finanziell zu riskant. Außerdem sei nicht geklärt, was unter ethisch bedenklichen Finanzanlagen zu verstehen sei. Letztere wurden allerdings in dem Antrag der Grünen explizit aufgelistet.

Während das finanzielle Risiko scheinbar ein Hinderungsgrund für ethisch-ökologische Anlagerichtlinien ist, scheint dieses Argument für die über 6 Mio. RWE-Aktien, die der LWL zurzeit noch hält, nicht zu gelten. Die Aktien der RWE AG sind seit Jahren auf Talfahrt, im letzten Jahr blieb die Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre komplett aus, was auch dem LWL große finanzielle Verluste bereitete.

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