Protest bei Eröffnung der MünsterSkulpturProjekte 2017 – „An jedem Ausstellungsobjekt klebt Öl“

10.06.17, Münster. Während der Eröffnung der alle 10 Jahre stattfindenden Kunstausstellung Münster Skulptur Projekte 2017 kritisierten Klimaschützerinnen und Klimaschützer der Gruppe Fossil Free die Finanzierung der Münster Skulptur Projekte 2017 durch Großkonzerne wie BASF, Deutsche Bank und RWE-Tochter innogy mit einer Protestaktion. Mit Bannern mit der Aufschrift „Fossil Free Culture“ und Gesängen störten sie während der Eröffnung der Skulpturprojekte die Talkrunde mit den Förderern und stellten im Anschluss mit Regenschirmen ein entsprechendes Aktionsbild vor dem LWL-Museum. Damit forderten die Aktivistinnen und Aktivisten auch den Veranstalter, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erneut dazu auf, endlich seine Geldanlagen aus Kohle-, Öl- und Gasunternehmen abzuziehen.

„Eine Ausstellung, die auf Gelder solch skrupellos klimaschädigender Konzerne zurückgreift, verliert jegliche moralische Autorität. Und noch schlimmer: Sie legitimiert deren ausbeuterische Unternehmenspolitik.“, so Lea Naendrup-Poell von Fossil Free. „Die Organisatorinnen und Organisatoren der Skulpturprojekte hatten 10 Jahre Zeit, sich Geldgeberinnen und Geldgeber zu suchen. Jetzt klebt an jedem Ausstellungsobjekt Öl! BASF, Deutsche Bank und RWE; sie alle sind Teil einer weltweit agierenden Klimakillerindustrie, die alles daran setzt, größtmöglichen Profit aus der Zerstörung unseres Lebensraumes zu ziehen. Dass die Skulpturprojekte von solch rücksichtslosen Unternehmen Geld annehmen und der LWL immer noch Geld in Kohleunternehmen wie RWE investiert, ist eine Skandal. LWL und Skulpturprojekte sollten ihrer Verantwortung als gesellschaftliche Akteure gerecht werden und sich sofort von diesen Unternehmen distanzieren.“

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Hintergrund:
Seit über einem Jahr kritisiert Fossil Free, dass sich der LWL in der Öffentlichkeit als sozialer Akteur darstellt, aber gleichzeitig in fossile Energien investiert. Über 6 Millionen Aktien hält der LWL an dem schmutzigen Energieriesen RWE und trägt so zum Klimawandel und der zunehmenden Erderwärmung bei. Schon heute ist Münster von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Die Regenschirme, welche die Klimaschützerinnen und Klimaschützer während des Protests mit sich trugen, erinnerten an die Starkregenkatastrophe im Jahr 2014, bei der in Münster zwei Menschen den Tod fanden. Fossil Free fordert daher von den zwei größten Parteien im LWL, SPD und CDU, die Festlegung von verbindlichen Anlagekriterien, die Investitionen in klimaschädliche Industrien ausschließen.

Umso perfider, dass die Münster Skulptur Projekte 2017 von Großkonzernen finanziert werden, die den Klimawandel durch ihr Geschäftsmodell anheizen. Die BASF führt zahlreiche Klimakiller in ihrem Portfolio. Darunter Wintershall, der größte (!) deutsche international agierende Erdöl- und Erdgasproduzent. Die Deutsche Bank, ein weiterer Finanzier der Skulpturprojekte, ist auf Finanzdienstleistungen für die Kohleindustrie spezialisiert. Milliarden dieses Finanzinstituts helfen mit, den Klimaschutz zu torpedieren und untergraben internationale Klimaschutzverträge wie das Klimaschutzabkommen von Paris, das erst kürzlich von den USA unter Donald Trump aufgekündigt worden ist.

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