Offener Brief an den LWL

Wenn Ihnen Klimagerechtigkeit wichtig ist, setzen Sie ein Zeichen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir schreiben Ihnen, weil der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) immer noch 6.653.232 RWE-Aktien hält. Wir fragen uns warum und laden Sie ein, diese Frage zu beantworten.

Welche starke Verbindung zwischen dem LWL und RWE rechtfertigt es, weiter an den Aktien festzuhalten? Denken Sie, dass Sie durch den Aktien-Besitz bei strategischen Entscheidungen von RWE mitbestimmen können? Glauben Sie, dass RWE in der Zukunft eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen wird?

In NRW gibt es zunehmend starke Klimafolgen – von Starkregenereignissen bis hin zu Hitzewellen in den Städten, einhergehend mit großer Unsicherheit für die Landwirtschaft. Weltweit sind die Folgen des Klimawandels ungleich stärker. Es ist unser aller Verantwortung die Dekarbonisierung der Wirtschaft voranzutreiben und so der Klimakrise Einhalt zu gebieten.

RWE entzieht sich dieser Pflicht und setzt weiter auf Kohlestrom. Europas größter Klimakiller verspielt so Deutschlands Klimaziele und stellt Profit vor die Menschen und den Planeten.

Es gibt einen Punkt, der uns ganz besonders empört. Wussten Sie, dass RWE eine Genehmigung zum Bau und Betrieb eines neuen Braunkohlekraftwerkes am Standort Niederaußem (bei Bergheim) beantragt hat? Der Bau des Kraftwerkes „BoAplus“ würde mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten. Wir sind sehr an Ihrer Meinung interessiert und möchten Sie um ein Statement zum Bau von neuen Braunkohlekraftwerken bitten.

 Derzeit wird von der Bundesregierung eine Kommission gegründet, die noch in diesem Jahr ein Datum für den Kohleausstieg vorschlagen wird. Der Preis für die CO2-Zertifikate wird stetig steigen, genauso wie der Anteil der erneuerbaren Energien. Einem Unternehmen wie RWE, stehen schwierige Zeiten bevor, denn der Kohlestrom lässt sich nicht länger gewinnbringend an der Strombörse verkaufen. RWE scheint darauf zu setzen, im Fall eines drohenden Bankrotts vom Staat gerettet zu werden.

Gehen Sie davon aus, dass RWE zukünftig noch Dividende an die Aktionäre ausschütten kann?  Wetten Sie auf einen steigenden RWE-Aktienkurs?

Wir möchte Sie dazu aufrufen die Spekulation mit den RWE-Aktien zu beenden!

 Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass

1) der LWL endlich alle RWE-Aktien verkauft

2) ökologische und ethische Kriterien für die kommunalen Investitionen beschlossen werden, so dass zukünftig klimaschädliche Investitionen ausgeschlossen werden

3) alle Anteile an direkten und indirekten Investments (wie Aktien, Mischfonds, Unternehmensanleihen) von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen innerhalb dernächsten 5 Jahre abgestoßen werden

Städte, die mit guten Beispiel vorangegangen sind und das sogenannte „Divestment“ vollzogen haben, sind: Münster, Berlin, Stuttgart, Bremen, Leipzig, Göttingen, Oldenburg und Freiburg.

Weitere Informationen zur verfehlten Kohlestrategie von RWE finden Sie im beigefügten Hintergrundpapier für Investoren „Der Anfang vom Ende“ der Organisation urgewald.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und würden uns über ein Antwortschreiben von Ihnen sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Fossil Free Münster

PS: Wenn Sie möchten, dann unterschreiben Sie unsere Petition gegen den Bau von neuen Kohlekraftwerken unter: https://weact.campact.de/petitions/kein-neues-braunkohlekraftwerk-in-nrw

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