Chance vertan – LWL Landschaftsausschuss vertagt den Verkauf der RWE-Aktien

Münster, 17.5.2019. Auf der heutigen Sitzung des Landschaftsausschusses des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) hat das Gremium die Chance, sich endlich von seinen 6,6 Millionen RWE-Aktien zu trennen, versäumt. Der Tagesordnungspunkt des RWE-Aktien-Verkaufs wurde auf eine spätere Sitzung vertagt, da in den Fraktionen von CDU und SPD noch Beratungsbedarf bestünde. So kurz vor der Europawahl hätte der LWL damit ein wegweisendes klimapolitisches Zeichen setzen und eine deutliche Botschaft an alle Kommunen und Kreise, die immer noch RWE-Aktien besitzen, senden können.

Die Initiative Fossil Free Münster begleitete die Sitzung mit einer Mahnwache vor dem LWL-Landeshaus, an der 40 Personen teilnahmen. Sie alle kamen, um den Abgeordneten zu zeigen, wie wichtig ihnen der Klimaschutz ist. Anschließend überreichten die Klimaschützer*innen dem Sitzungsleiter Dieter Gebhard (SPD) ein Plakat mit 40 Unterschriften, mit dem die Unterzeichner*innen zu einem sofortigen Verkauf aller RWE-Aktien sowie der Festlegung ethisch-ökologischer Anlagerichtlinien für die LWL-Finanzen aufforderten.

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Unterschriftenaktion während der Mahnwache

„Der Klimawandel lässt sich nicht vertagen“, findet Leandra Praetzel von Fossil Free Münster und ergänzt: „Seit mehr als 3 Jahren versuchen wir, den LWL vom Verkauf der RWE-Aktien zu überzeugen, und das Argument des angeblichen Beratungsbedarfs haben wir schon oft gehört. Wo die Stadt und die Uni Münster schon lange handeln, verpennt der LWL den dringend notwendigen Klimaschutz.“

Dass die Entscheidung über den Verkauf nun vertagt wurde, entmutigt die Mitglieder von Fossil Free Münster jedoch keinesfalls. Im Gegenteil – sie werden nun noch entschlossener für den Verkauf aller RWE-Aktien und die Festlegung von ethisch-ökologischen Anlagekriterien für die Finanzen des LWL kämpfen.

„Wie lange will sich der LWL noch vor seiner klimapolitischen Verantwortung drücken?“, fragt Praetzel weiter. „Die große Koalition im LWL macht sich mit dieser Entscheidung mitschuldig an der weiteren Zerstörung unseres Planeten. Wer die Erde für heutige und zukünftige Generationen erhalten will, muss jetzt handeln. Dazu gehört auch das Abstoßen von öffentlichen Geldanlagen in Unternehmen wie RWE, die mit der Zerstörung unseres Planten rücksichtslos Profite machen. “

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