Urabstimmung

Die Urabstimmung wird nicht wie geplant zusammen mit den Wahlen zum Studierendenparlament stattfinden. Weitere Infos und Gründe dafür folgen in Kürze.

Liebe Studierende!

Die Universität Münster beherbergt zahlreiche Forschungsprojekte und Vorlesungen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz.

Im Gegensatz dazu steht, dass die Universität zeitgleich Geld in klimaschädliche fossile Brennstoffunternehmen investiert. Doch die WWU sollte ihren Auftrag als Bildungseinrichtung ganzheitlich und konsequent ausführen. Dazu gehört, dass bestehende Investitionen in Unternehmen, die fossile Energieträger fördern, verarbeiten und vertreiben, beendet werden und solche Investitionen auch zukünftig ausgeschlossen werden.

Derzeit hält die Westfälische Wilhelms-Universität verschiedene Kapitalanlagen. Darunter finden sich über 1,3 Millionen Euro in vier unselbstständigen Stiftungen.Über zwei Stiftungen, die Thümmler-Stiftung und die Schneider-Sasakawa-Stiftung investiert die Uni über Fonds (z.B. den Deka-Stiftungen Balance Fonds) in fossile Unternehmen wie E.On, Eni, Total, BASF, BP, Rio Tinto, Statoil, BHP Biliton, Gazprom und Petrobas.

Die Beweislage zur globalen Erwärmung ist überwältigend. Klimarisiken, wie extreme Wetterereignisse, Überschwemmungen und Dürren werden sich jenseits der 2°C Leitplanke häufen und werden auch Deutschland betreffen. Die internationale Staatengemeinschaft einigte sich in Paris verbindlich auf das Ziel, die Erderwärmung aufgrund dieser Risiken auf 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Daraus ergibt sich ein Maximalbudget für CO2-Emissionen, das beim Verbrennen aller bekannten förderbaren fossilen Reserven um ein Vielfaches überschritten würde. Um die 2°C Leitplanke einzuhalten, müssen etwa 80% der bekannten Kohle-, Öl- und Gasreserven im Boden bleiben.

Hinzu kommt das ökonomische Risiko. Studien, beispielsweise von Bloomberg und der London School of Economics, weisen auf das Risiko einer Finanzblase hin, welche zu platzen droht: die Kohlenstoffblase (engl.: Carbon Bubble). Die Aktienwerte fossiler Brennstoffunternehmen und die Weltmarktpreise fossiler Energieträger richten sich stark nach den vorhandenen Reserven und der Annahme, diese auch nutzen zu können. Da das neue Pariser Klimaabkommen die 2°C Marke festlegt, ist es unausweichlich, dass regulative Mechanismen für deren Einhaltung ergriffen und folglich die Verbrennung fossiler Energieträger beschränkt werden. Dadurch verlieren die Unternehmen massiv an Wert. Die Aktien werden zu sogenannten „stranded assets“ (verlorene Vermögenswerte). Eine Studie der britischen Bank HSBC zeigt, dass der Wertverlust von Unternehmen und Investitionen im fossilen Sektor 40-60% ausmachen könnte.

Schon heute sind die Lebensgrundlagen vieler Menschen durch die Folgen des Klimawandels bedroht. In Teilen Afrikas und Asiens nehmen Desertifikation und extremer Wassermangel durch lange Dürreperioden bereits erschreckende Ausmaße an. Der Meeresspiegelanstieg stellt eine Gefahr für viele Bewohner*innen von Küstenregionen dar. Gletscherregionen stehen vor dem Verlust ihrer Süßwasserreserven. Auch deswegen ist es Zeit zu handeln – das haben bereits Städte wie Münster, Seattle, Stockholm und Oxford erkannt, sowie die Glasgow University, Chalmers University of Technology, Stanford University – und sich deswegen zu Divestment entschlossen.

Aufgrund der ökonomischen Risiken und der desaströsen Folgen für das Erdsystem, fordern wir die Universität Münster auf, Anlagen aus fossilen Brennstoffunternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre abzuziehen und diese Investitionen in Zukunft durch Anlagerichtlinien auszuschließen. Investieren Sie stattdessen in eine nachhaltige Zukunft!